Mobbing am Arbeitsplatz – ein ernstes Problem

Was ist Mobbing?

Bei Mobbing handelt es sich um unfaire Handlungen (Heinz Leymann: Negative kommunikative Handlungen) gegen eine Person. Betroffene werden durch Schikanen, Boshaftigkeiten und Intrigen systematisch und regelmäßig über einen längeren Zeitraum attackiert und ausgegrenzt. Die Angriffe richten sich gegen das Selbstverständnis und Selbstwertgefühl der Betroffenen. Eine einzelne „Boshaftigkeit“, so unangemessen sie auch sein mag, wird nicht als Mobbing benannt. Etwa 5,5 % der Beschäftigten in Deutschland sind von Mobbing (in diesem Sinne) betroffen.

Mobbing kann auf gleicher hierarchischer Ebene durch Kolleginnen und Kollegen, von oben nach unten durch Vorgesetzte oder von unten nach oben durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen. Mögliche Hintergründe für die Attacken sind persönliche Interessen oder die Suche nach einem Stressventil.


Unter Mobbingdruck

Mobbing erzeugt bei den Betroffenen und in ihrem Umfeld einen starken psychischen Druck. Betroffene verstehen oft nicht, wie sie in eine solche Situation geraten konnten. Sie haben nicht erwartet so angefeindet zu werden, nur weil sie z.B. neu in ihrem Arbeitsumfeld sind, ein gewisses Alter erreicht haben, jemand neidisch auf sie ist oder das Team gerade ein Stressventil braucht. Auch wenn sie selbst verstehen, was die Auslöser für die Anfeindungen sind, fühlen sie sich zu Recht durch die kränkenden Angriffe extrem unfair behandelt. Bei dem Versuch die Situation zu verarbeiten und einen Ausweg zu finden, geraten sie ins Grübeln, vernachlässigen darüber ihre Hobbys, die ihnen Kraft geben könnten. Verhaltensstrategien, die sie entwerfen, scheitern in der Regel, weil ihr feindliches Umfeld einen Erfolg nicht zulässt. Gleichzeitig wird Betroffenen aber immer wieder vermittelt, es läge doch nur an ihnen; wenn sie sich nur anders verhalten würden, hätten alle kein Problem. Die Situation ist verwirrend und wird zunehmend als bedrohlich erlebt. Die Kraft schwindet, Fehler treten auf. Viele Betroffene erkranken und ihr Verhalten verändert sich. Häufig zieht sich dann auch das soziale Umfeld zurück.

Die Folgen:

  • das Selbstwertgefühl schwindet
  • berufliche und private Beziehungen zerbrechen
  • die Angst wird zum ständigen Begleiter
  • dauerhafte Arbeitsunfähigkeit gefährdet die ­wirtschaftliche Existenz